„Wir sind als Einheit aufgetreten“

TSV-Trainer Walter Luttner über den Aufstieg, Neuzugänge und die Zukunft in der Kreisliga

Der stellvertretende Kapitän Peter Kreutner schoss bisher 14 Tore selbst und steuerte 14 Assists bei.

Der TSV 1873 Wörth hat nach sechs Jahren in der Kreisklasse endlich die lang ersehnte Rückkehr in die Kreisliga eins geschafft. Somit hat Trainer Walter Luttner, der vor viereinhalb Jahren seinen Heimatverein übernommen hatte, sein Ziel endlich erreichen können. Im Mai 2015 war Wörth schon einmal ganz nah dran, allerdings musste man damals in der letzten Minute beim Auswärtsspiel in Tegernheim am allerletzten Spieltag ein Gegentor hinnehmen. Damals setzten sich Pfatter und Tegernheim buchstäblich in letzter Sekunde vor den TSV, der mit einem Zähler Rückstand auf die beiden Konkurrenten Dritter wurde.

Am Sonntag – übrigens ebenfalls bei Tegernheim II – landeten die Wörther nun einen 1:0-Sieg. Damit konnte man die Meisterschaft in der Kreisklasse eins perfekt machen. Heute Abend um 18.30 Uhr präsentiert sich der frisch gebackene Meister im Heimspiel gegen Pfakofen.

Aufstiegstrainer Walter Luttner äußert sich im Gespräch mit unserer Zeitung über den lang ersehnten Aufstieg und die Zukunft. Trotz diverser Anfragen bleibt er seinem Heimatverein erhalten.

Donau-Post: Herr Luttner, wie fühlen Sie sich ?

Walter Luttner: Natürlich bin ich glücklich. Wir haben sehr lange auf den Aufstieg hingearbeitet und sind nun endlich am Ziel ankommen. In den letzten Jahren waren wir immer wieder knapp dran, aber letztendlich spielten wir nicht konstant genug. Entweder die Vor- oder die Rückrunde waren durchwachsen. Zwar fehlte Fabian Zinner bis zur Winterpause, aber ansonsten hatten wir diesmal kaum mit Verletzungspech zu kämpfen.

Der Aufstieg war ja souverän …

Auf den ersten Blick schon, wenn man auf die Tabelle schaut. Allerdings mussten wir viel Arbeit und Leidenschaft investieren. In manchen Spielen hatten wir das nötige Quäntchen Glück. Und in wichtigen Situationen riss sich das Team am Riemen und erzwang so manchen Dreier. Insgesamt sind wir verdient Meister geworden. Eine großartige Leistung unserer Mannschaft. Das große Plus war heuer die Breite des Kaders. Wir haben bewusst nicht unterschieden zwischen erster und zweiter Mannschaft, sondern sahen alle Spieler gesamt als einen großen Kader an, der immer auch gemeinsam trainiert hat. Unterschiede wurden nicht gemacht, alle wurden gleich behandelt. Alle zogen an einem Strang, Ausfälle wurden kompensiert.

Mit 72 Toren stellt der TSV bisher die mit Abstand stärkste Defensive, mit erst 16 Gegentreffern die beste Defensive.

Beides hat auch seine Gründe. Die Mannschaft hat funktioniert, den Konkurrenzkampf angenommen, taktische Anweisungen gut umgesetzt. Wir sind immer als geschlossenes Kollektiv aufgetreten und kamen gemeinsam zum Erfolg. Unsere Offensivkräfte haben sich die Tore aufgeteilt. Insgesamt konnten 13 verschiedene Spieler mindestens einen Treffer erzielen. Wir sind als Einheit aufgetreten, nicht der Einzelne stand im Vordergrund. Im Gegensatz zu anderen Vereinen haben wir mit Max Fichtl und Tobias Mühlbauer zwei hervorragende Keeper zur Verfügung. An Max Fichtl sieht man, was Fleiß ausmachen kann. Er kam als talentierter Nachwuchskeeper zu uns und mauserte sich meines Erachtens zum besten Schlussmann der Liga.

„Unser Kader ist breit, wir haben ein junges und entwicklungsfähiges Team“

Sind Sie für die neue Saison in der Kreisliga gerüstet ?

Unser Kader ist breit, bleibt zusammen. Wir haben eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft beisammen, die das Zeug dazu hat, in der sicher erneut starken Kreisliga eins bestehen zu können. Natürlich halten wir Augen und Ohren offen in Bezug auf punktuelle Verstärkungen. Sollte das aber nicht klappen, ist uns auch nicht bange. An dieser Stelle möchte ich mich für die gute Zusammenarbeit mit der Abteilungsführung, speziell mit Abteilungsleiter Armin Lorenz und Kassier Markus Weinzierl, bedanken.

Lassen Sie die Saison nun beruhigt ausklingen ?

Sicherlich nicht. Natürlich wollen wir auch in den ausstehenden Spielen voll punkten. Im Kampf um Rang zwei spielen wir beispielsweise noch das berühmte Zünglein an der Waage, da wir noch gegen Peising spielen. In Pfatter und Mintraching würde man es sicherlich nicht gerne sehen, wenn wir nicht alles in die Waagschale werfen würden. Außerdem haben wir noch eine wichtige Aufgabe vor uns.

Nämlich ?

Den Doppelaufstieg ! Mit unserer zweiten Mannschaft wollen wir unbedingt den sofortigen Wiederaufstieg in die A-Klasse schaffen. Da Illkofen vorigen Sonntag verloren hat, sind wir nur noch zwei Punkte dahinter auf Rang zwei zu finden. Am 9. Mai wollen wir mit einem Sieg im Spitzenspiel vorbeiziehen. Als Unterbau für unser Kreisligateam würden wir die Zweite natürlich sehr gerne wieder in der A-Klasse sehen.

Im Vorjahr ist die Zweite auch deshalb abgestiegen, weil nicht spielberechtigte Akteure eingesetzt wurden …

Ja, das stimmt. Aber sowas passiert uns heuer sicherlich nicht noch einmal. Da passen wir doppelt auf.

Rücken Nachwuchstalente nach ?

Ja, aus der eigenen Jugend steht uns für die neue Saison Christoph Biederer zur Verfügung. Ferner hätten Jakob Brau und Moritz von Lieven heuer eigentlich noch in der U19 spielen dürfen. Somit sind wir gut gerüstet. Der Kader bleibt komplett beisammen. Konkurrenzkampf ist garantiert. Sollte nun auch die Zweite den Aufstieg, wenn möglich als Meister, schaffen, wäre der maximale Erfolg erreicht. Wir können optimistisch nach vorne schauen.

Interview: Markus Schmautz

Die erste und zweite Mannschaft des TSV Wörth.


Die erste Formation schaffte bereits die Meisterschaft in der Kreisklasse eins, die Zweite hat gute Chancen, als Meister in der B-Klasse I die direkte Rückkehr in die A-Klasse zu sichern.