Sport nimmt wieder Fahrt auf

TSV-Abteilungen blicken in die Zukunft – Tennisspieler trainieren seit Mai wieder
Von Markus SchmautzDie Lust auf gemeinsamen Sport wird von Woche zu Woche größer. Beim TSV 1873 Wörth und seinen rund 1100 Mitgliedern lässt man es aber langsam und kontrolliert angehen. Die Donau-Post suchte nun das Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Ekkehard Hollschwandner.Donau-Post: Herr Hollschwandner, befinden sich bereits wieder alle Abteilungen im Trainingsbetrieb?Hollschwandner: Nein, manche Abteilungen trainieren wieder, andere noch nicht. Vor allem die Sportarten, welche in der Halle betrieben werden, setzen noch aus. Die Judo-Abteilung trainiert beispielsweise im Freien, auch Gymnastik unter freiem Himmel am alten Hartplatz wird wieder angeboten. Und seit Montag besteht die Möglichkeit für einen gemeinsamen Spaziergang. Um 18.45 Uhr treffen sich alle Interessierten am Festplatz, um sich gemeinsam eine Stunde in der freien Natur zu bewegen. Wenn die Gruppe einmal größer als 20 Personen sein sollte, dann teilen wir in zwei Gruppen auf. Klar ist aber, der Mindestabstand muss eingehalten werden. Den Spaziergang leite ich selbst. Mir ist es wichtig, wieder ins Gespräch zu kommen, den Kontakt zu den Mitgliedern nicht zu verlieren.Donau-Post: Wann starten die Indoor-Sportarten wieder?Hollschwandner: Das ist schwer zu sagen. Auch unser Vereinsheim ist noch immer geschlossen, was vonseiten des BLSV auch gar nicht anders möglich ist. Wenn es zu weiteren Lockerungen kommt und Hallensport wieder möglich sein sollte, dann muss man genau abwägen. Allen Beteiligten muss klar sein, dass jede Gruppe Anspruch auf einen desinfizierten Raum hat. Wenn Indoor-Sport wieder möglich ist, werde ich Rücksprache mit den betroffenen Übungsleitern halten, ein Hygienekonzept muss her, das strikt eingehalten wird. Der Aufwand nach den jeweiligen Übungseinheiten vor dem Verlassen der Sportstätte wird wohl enorm sein.Donau-Post: Wie sieht es in Sachen Fußball und Tennis aus?Hollschwandner: Das Fußballtraining der Herren findet ab sofort wieder statt, obwohl es natürlich an immens viele Vorgaben und Vorschriften geknüpft ist. Unter anderem müssen die Spieler einzeln anreisen, Umkleiden und Duschen sind geschlossen. Ein Fußballtraining, wie man es gewohnt ist, ist aktuell nicht möglich und wird es wohl so schnell auch nicht geben. Nahezu ohne Einschränkungen kann im Prinzip nur der Tennissport betrieben werden. Seit Anfang Mai finden wieder Trainingseinheiten statt. Am Wochenende beginnt sogar die Punkterunde für unsere zwei Herren- und drei Nachwuchsmannschaften.Donau-Post: Wann wird in den Abteilungen ein normaler Trainingsbetrieb stattfinden können?Hollschwandner: Das weiß niemand! Wenn es zu weiteren Lockerungen kommt, müssen wir abwägen, ob die Vorgaben durchführbar sind, ob wir sofort wieder einsteigen oder lieber noch ein bisschen Zeit vergehen lassen. Das Wichtigste ist, dass es kein zweites Ischgl geben wird. Niemand darf gefährdet sein, die Gesundheit geht über alles.Donau-Post: Was passiert derzeit in den Abteilungen? Wir sprachen mit vier Verantwortlichen.

Bernhard Meyritz, Trainer der Floorball-Abteilung: „Aktuell befindet sich unsere Abteilung trotz des Monats Juni im Winterschlaf. Ähnlich wie beim Fußball besteht der Reiz des Floorball-Sports in den Zweikämpfen. Aktuell darf aber nur kontaktlos trainiert werden. Somit macht ein regelmäßiges Training wenig Sinn, zumal man im Prinzip alles desinfizieren muss. Die Tore, die Bälle, die Türklinken und vieles mehr. Zudem kann ich mir nicht vorstellen, dass regelmäßiges eingeschränktes Training mit Pass- und Laufübungen sonderlich motivierend ist. Somit halten sich die Floorballer im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst fit. Wenn es zu Lockerungen kommt, die einen sinnvollen Trainingsbetrieb wieder zulassen, werden wir wieder starten. Sollte es vom Gesetzgeber her möglich sein, werden wir mit der Jugend und den Herren gerne wieder Freundschaftsspiele oder Hobbyturniere bestreiten. Gerne kümmern wir uns auch um die Organisation und Durchführung, da wir seit einigen Monaten ja eine Rundumbande haben. Aber das ist alles noch Zukunftsmusik.“

 

 

 

 

 

Ilhan Capar, Trainer der TSV-Fußball-Herren: „Nach Zustimmung der Vorstandschaft dürfen wir ab sofort einmal in der Woche trainieren. Natürlich werden wir auf die Abstands- und Hygienerichtlinien achten. Das Training ist auf freiwilliger Basis. Bis zu 20 Spieler dürfen aktuell auf einem Platz trainieren. Der Startschuss erfolgt für uns am Freitag um 19 Uhr! Die Umkleidekabine und die Dusche sind weiterhin gesperrt. Ich habe viele Übungen gefunden, damit das Training auch sinnvoll ist und Spaß macht. Auch wenn noch kein normales Fußballtraining mit Zweikämpfen und Körperkontakt möglich ist, freue ich mich sehr auf Freitag! Dann werde ich die Jungs endlich wieder einmal sehen, dann können wir uns – trotz Sicherheitsabstand – noch ein Stückchen mehr als Mannschaft fühlen.“

 

 

 

 

Karl Geier PuTTY SSH config , Abteilungsleiter Kegeln: „Vor kurzem wurden im Kegelsport die Saisonen abgebrochen. Bis auf die zweite Damen-Mannschaft haben alle Wörther Teams den Liga-Verbleib erreicht. Seit Beginn der Corona-Pandemie haben wir den kompletten Trainingsbetrieb eingestellt. Inzwischen dürfte man wieder trainieren, allerdings mit Einschränkungen und Auflagen. Im Gasthof Geier dürfte nur ein Spieler auf der Zwei-Bahn-Anlage trainieren. Auch dürften nur höchstens noch zwei weitere Personen mit im Raum sein. Bei der Vier-Bahnen-Anlage in Pfatter dürften zwei Spieler gleichzeitig trainieren. Die Kugel muss bei jedem Bahnwechsel desinfiziert werden. Unter den derzeitigen Umständen macht das Training aber nur wenig Spaß. Wir warten auf weitere Lockerungen. In der kommenden Woche werde ich mich mit den anderen Verantwortlichen absprechen, wie wir weiter verfahren werden. Wann die neue Saison starten wird, steht noch in den Sternen. Ob das im September, Oktober oder November der Fall ein wird, ist reine Spekulation.“

 

 

 

 

Franz Söldenwagner, Abteilungsleiter Tennis: „Im Gegensatz zu anderen Sportarten haben wir Tennisspieler großes Glück. Seit Anfang Mai dürfen wir wieder trainieren. Die Abstands- und Hygienevorschriften werden ausnahmslos und vorbildlich angenommen und umgesetzt. Der Spielbetrieb sowohl für das Einzel als auch für das Doppel ist gewährleistet. Einschränkungen gibt es aber natürlich schon. So ist das Tennisheim weiterhin geschlossen und zwar inklusive der Umkleiden und Duschen. Auch auf der Bankgarnitur vor dem Heim dürfen nur zwei Personen sitzen, um den Mindestabstand garantieren zu können. Die Frühjahrsversammlung musste entfallen, ebenso die Ausschusssitzungen. Aber damit können wir leben! Wir sind happy! Wenn es etwas Wichtiges mitzuteilen gibt, machen wir das telefonisch oder per E-Mail. Noch im Juni starten unsere zwei Herren- und drei Jugendteams in den Punktspielbetrieb. Es steht eine Übergangssaison an. Auf- und absteigen kann man nicht. Zudem ließ der Verband Rückzüge von Mannschaften bis zu einem Fixtermin kostenlos zu. Die Anreisen zu Auswärtsfahrten dürfen halt nicht in einem Auto erfolgen, da nur Menschen aus zwei Haushalten gemeinsam fahren dürfen. Wir nehmen die Situation so an wie sie ist und freuen uns, dass wir unserem Sport in der aktuellen Form nachgehen können.“

 

Gabi Hollschwandners Angebot, Gymnastik im Freien, wurde bei der Premiere am Montagabend gut angenommen.

 

Der Vorstandsvorsitzende Ekkehard Hollschwandner bietet den Mitgliedern ab sofort immer am Montag einen gemeinsamen Spaziergang an.Fotos: Schmautz