Es soll wieder Ruhe einkehren

Peter Kreutner aus der Fußballabteilungsleitung über Luttners Rücktritt und die Zukunft
Wörth. (mas) Die Fußballer des TSV Wörth durchleben aktuell turbulente Zeiten. Vorigen Sonntag trat Trainer Walter Luttner nach einem 1: 0-Derbysieg in Wiesent zurück. Die zweite Mannschaft musste aus Personalmangel heuer schon zwei Spiele kampflos abgeben.Im Gespräch mit der Donau-Post meldet sich nun Peter Kreutner aus der Abteilungsleitung zu Wort. Er zog 2014 nach Wörth, spielt seitdem für den TSV. Als Leistungsträger geht der Mittelfeldspieler auf dem Platz voran, auch außerhalb übernimmt der 25-Jährige Verantwortung.Donau-Post: Herr Kreutner, sicherlich hatten Sie in den letzten Tagen viel Arbeit im Verein zu verrichten. Wie geht es weiter? Peter Kreutner: Natürlich kam der Rücktritt von Walter Luttner überraschend. Es galt, binnen weniger Tage nach vernünftigen Lösungen zu suchen. Das haben wir getan und auch geschafft. Unsere Spielführer Johannes Vilsmeier und Daniel Sperl werden bis zur Winterpause das Training leiten. Michael Schwoch, der Trainer der zweiten Mannschaft, wird auch die Erste von außen coachen. Am Mittwoch trafen sich Verantwortliche und die Mannschaft, alle haben diese Interimslösung befürwortet. Uns war wichtig, dass kein Außenstehender in den kommenden drei Partien an der Linie stehen wird, sondern ein Mann aus den eigenen Reihen, der die Mannschaft kennt, der akzeptiert wird. Das haben wir geschafft. Im Winter werden wir dann nach einer festen Lösung suchen. Einen Schnellschuss wollten wir auf alle Fälle vermeiden. Wie sieht es in puncto Bildung einer neuen Abteilungsleitung aus? Kreutner: Seit ein paar Wochen weiß ich, wie viel Arbeit für den hauptverantwortlichen Abteilungsleiter ansteht. Das ist für eine Person eigentlich kaum zu schaffen. Markus Weinzierl, der Kassier des Hauptvereins, die beiden Kapitäne und ich nahmen das Ganze nun in die Hand. Wir haben bereits mit einigen TSV-lern gesprochen, die wir gerne im Team hätten. Es freut uns sehr, dass mehrere potenzielle Kandidaten ihre Bereitschaft signalisiert haben. Wer dann letztendlich der Kopf des Gremiums sein wird und die Nachfolge von Armin Lorenz, der nicht mehr kandidiert, antreten wird, ist noch unklar. Aber auf alle Fälle werden wir ein schlagkräftiges Team auf die Beine stellen können. Gerne trage ich meinen Teil dazu bei. Können Sie den Rücktritt von Walter Luttner verstehen? Kreutner: Soweit hätte es nicht kommen müssen, ja auch nicht dürfen. An dieser Stelle gilt es, nicht nachzukarten, nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Beide Seiten haben Fehler gemacht. Mehr gibt es nicht mehr zu sagen. Die Verantwortlichen und die Mannschaft hatten weiterhin das Vertrauen zu Walter. Leider ist bei der Kommunikation einiges schief gelaufen. Zwei Spieler aus dem Mannschaftsrat fuhren am Samstag zu Walter und wollten ihn darüber unterrichten, dass wir uns in der Winterpause mit ihm zusammensetzen wollen. Daran ist eigentlich nichts Anstößiges. Es sprechen doch die meisten Vereine mit ihren Trainern im Winter. Schließlich muss man ja auch für die neue Saison gerüstet sein. Leider hat sich Walter dann dazu entschlossen, nach dem Sieg in Wiesent zurückzutreten. Und zwar, ohne nochmals das Gespräch mit uns gesucht zu haben. Eine Reaktion darauf war nicht mehr möglich. Sicherlich lag das eine oder andere Missverständnis vor. Auch mir persönlich tut sein Rücktritt sehr leid. „Ich habe Walter auch persönlich viel zu verdanken“ Suchen Sie nochmals das Gespräch mit Walter Luttner? Kreutner: Das habe ich bereits getan. Walter hat für den TSV unschätzbare Arbeit geleistet, die Mannschaft aufgebaut und entwickelt, vieles auch außerhalb des Platzes gemanagt, organisiert und erreicht. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich ihm persönlich viel zu verdanken habe. Alle wissen, was sie an Walter haben beziehungsweise hatten. Wir haben gemeinsam viel erreicht, sind mit 21 Punkten nach 15 Spielen eigentlich im Soll in Richtung Liga-Verbleib. Walter hat sich zum Rücktritt entschieden. Bisher hatte er immer wieder von sich aus von einem Abschied nach der Saison gesprochen. Gerne hätten wir ihn am Saisonende gebührend verabschiedet, am liebsten natürlich mit dem Klassenerhalt. Vor dem Winter stehen noch drei Punktspiele der Ersten, zwei der Zweiten und die Abteilungsleiterneuwahlen an. Ich habe meinerseits ein klares Zeichen gesetzt. Welches? Kreutner: Ich bin zwar kein gebürtiger Wörther, spiele aber nun schon in der fünften Saison beim TSV Wörth. Es war eine überwiegend schöne Zeit mit dem lange ersehnten Wiederaufstieg in die Kreisliga als Höhepunkt. Ich bin dem Verein, der Fußballabteilung sehr dankbar, dass ich so gut aufgenommen wurde und mich hier entwickeln durfte. Am Mittwoch habe ich klar und deutlich zum Ausdruck gebracht, dass ich auch in der kommenden Saison beim TSV spielen werde. Ich hoffe, dass sich viele – wenn nicht sogar alle meiner Mitspieler – dem anschließen werden. Schließlich soll Wörth auch mittel- und langfristig wieder ein etablierter Kreisligist werden. Was passiert ist, ist passiert. Nun gilt es, positiv in die Zukunft zu blicken. Es wartet viel Arbeit auf uns, um den TSV Wörth auf Kurs zu halten. Wie geht es mit der zweiten Mannschaft weiter? Kreutner: Für das Heimspiel am Wochenende gegen Altenthann haben bereits am Mittwoch 14 Spieler zugesagt. Wenn wir noch enger zusammenrücken, werden wir auch das in den Griff bekommen. Jeder muss seinen Anteil dazu beitragen. Ein Dank auch an die vielen ehemaligen Spieler, die aktuell tatkräftig aushelfen. Kommende Woche steht noch ein weiteres Heimspiel gegen Obertraubling II an, dann ist für die Zweite Winterpause. Was erwarten Sie von der ersten Mannschaft? Kreutner: Wir haben 21 Punkte, haben nach vier sieglosen Spielen in Wiesent voll gepunktet. Vor dem Winter haben wir noch den Sportclub, den SV Obertraubling, die beiden bilden das Führungsduo, zudem den FSV Prüfening zu Gast. Natürlich werden wir alles in die Waagschale werfen, um noch den einen oder anderen Punkt zu holen. Wir hoffen auf die Unterstützung unserer Fans und versprechen, alles zu geben.
Peter Kreutner übernimmt auf und neben dem Platz beim TSV Wörth viel Verantwortung. Am Sonntag geht es gegen den Sportclub, im Hinspiel (Bild) verlor der TSV mit 0:5. Archivfoto: Schmautz